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Atelier Gerhild Mölle
Buchkünstlerin, Schriftstellerin, Malerin, Germanistin


Buchkunst, Literatur, Malerei
und Grafik zu christlichen Themen

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Literatur

 

 

 

 

Geschichten / Leseproben aus:

 

Die Herausforderung - Eine Erzählung von Gerhild Mölle, die den Weg zu Gott thematisiert.   <Leseprobe>

 

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Doch im Grunde mußten sich die meisten eingestehen, sich schon lange nicht mehr sonderlich viel Gedanken um die alte Brücke gemacht zu haben. Sie war einfach immer dagewesen. Seit Urzeiten schon. Die Beschaffenheit der Brücke war trotz intensiver Forschungen ein tiefes Geheimnis geblieben. Die Alten wußten sogar noch zu erzählen, daß die Einwohner der Stadt nur über diese Brücke Zugang zu all dem hätten, was sie wirklich zum Leben brauchten. Doch inzwischen hielten viele diese Erzählungen nur noch für Märchen aus alter Zeit. Sie empfanden sie als unmodern und erzählten sie auch nicht mehr den Kindern. Schon lange wurde die alte Brücke auch nicht mehr zu festlichen Anlässen geschmückt. Sie geriet immer mehr in Vergessenheit. Neues wurde gebaut. Und schließlich war sie vielen nur noch ein Ärgernis, und ihr Aufgang verschwand mehr und mehr unter wucherndem Wildwuchs. So ließ man die alte Brücke verrotten, bis sie schließlich einstürzte.

In der Zeit vor dem Einsturz befaßte sich nur einer unter den Einwohnern immer wieder mit der Brücke, untersuchte sie eingehend und verkündete seine Warnungen vor der Einsturzgefahr in der ganzen Stadt. Aber kaum einer wollte ihn hören. Die meisten gaben sich gleichgültig, manche behaupteten lauthals, sie hätten noch immer für jedes Problem eine Lösung gefunden. Nahezu alle aber sprachen sie untereinander abfällig von dem Einen, der sich anmaßte, Derartiges zu behaupten. Er war der Sohn eines Händlers in der Stadt, viele kannten ihn von Kindesbeinen an. Und nun, wo er erwachsen war, so raunten sie sich verärgert zu, mache er sich plötzlich wichtig mit seinen angeblichen Kenntnissen vom Brückenbau! Viele schüttelten nur noch den Kopf, wenn er wieder einmal auf der Straße vor einer kleinen Schar von Zuhörern redete. Manchen wurde es allmählich zu viel, und sie jagten ihn fort, wenn er sich an sie wenden wollte. Es war ja schließlich allgemein bekannt, daß die Brückenexperten der Stadt das genaue Gegenteil von dem sagten, was der Händlerssohn aussprach.

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<Ende der Leseprobe...>   <zum Künstlerbuch: “Die Herausforderung”, 1.Unikat - 2.Unikat>


© Gerhild Mölle, 2011

 

 

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10 März, 2012 © Atelier G.Mölle